Oberaffengeil....

brach es aus dem Dreizehnjährigen heraus, als er zum ersten Mal die mehr als 300 Affenfiguren und –darstellungen sah, die im Auktionshaus Karrenbauer in Konstanz derzeit für die kommene Auktion am 6. Februar 2010 bearbeitet werden. Sie stammen aus der Privatsammlung Dr. Angst,  ehemaliger Direktor des weltbekannten Affenberges in Salem und waren dort in den letzten 25 Jahren ausgestellt; Hundertausende von Besuchern haben die zahllosen Figuren und Darstellungen bewundert. Tatsächlich soll es  „die europaweit größte Affensammlung“ sein, sagt der Prospekt des Affenberges. Dafür sind die Limite sehr vorsichtig angesetzt, geradezu niedrig, wenn sie nicht bei der Auktion eine „affenartige“ Steigerung erleben.  
Denn es ist wirklich imponierend die ungeheuere Vielzahl der Affenfiguren – von hochkünstlerisch bis trivial -  zu besichtigen. Da gibt es nicht nur den beinahe vertrauten  europäischen Teil: Porzellanfiguren bekannter Manufakturen, wie etwa die Affenkapelle, da sieht man auch künstlerisch gestaltete Bronzen wie die Affenkinder des Düsseldorfer Künstlers Fritz Bernuth, da finden sich Darstellungen in Ton und etlichen anderen Materialien. Hochinteressant etwa eine Kühlerfigur aus den 20er Jahren oder ein Spazierstock mit Affenkopfgriff. Aber da gibt es auch zahlreiches Spielzeug wie den Affen mit den blechernen ständig scheppernden Becken, da finden sich Reisemitbringsel von Gibraltar, englische ‚red rose tea- animals und zahllose andere Skurrilitäten. Affendarstellungen sind tatsächlich in aller Welt beliebt, die Japaner verzieren damit ihre Netsuke und Okimonos, häufig zusammen mit einer Schildkröte die Afrikaner schnitzen sie aus dem einheimischen Holz und selbst die frühen Olmeken und Azteken kannten schon Affendarstellungen wie Ausgrabungs-stücke in der Sammlung beweisen.
Ein nicht geringer Teil der Objekte stammt aus Bali/Indonesien, etwa die welt-bekannten Wayangfiguren, ausgestanzte bemalte und bewegliche Schattenspiel-gestalten aus Leder, die wayang golek oder die wayang kulit – die Stabfiguren mit langen Röcken. Sie stellen den Affengeneral Hanuman dar oder König Sugriwa und seine Familie. Diese Figuren gehören in Bali zum religiösen Brauchtum des indisch-indonesischen Epos Ramayana, und haben eine mehr als tausendjährigen Tradition
Dreiaffengruppen gibt es natürlich auch, da werden sich die Sammler freuen und unter der Rubrik Graphik findet sich HAP Grieshaber mit der Mappe „Affen und Alphabete“ mit 16 Holzschnitten. Daneben hängen japanische Rollbilder,  Stein-Abriebe aus dem thailändischen Königspalast,  Sondermarken des WWF und etlichen andere Fundstücke aus aller Welt.
Insgesamt zeigt die Sammlung geradezu einmalig die ungeheuere Breite der Akzeptanz und auch der Beschäftigung mit dem Tier, das dem Menschen am ähnlichsten ist, in seinem Aussehen, seiner  Körpersprache, den Gesten und Gebärden, aber gerade deshalb wohl bisweilen auch unheimlich.



Auktionshaus Karrenbauer Obere Laube 46, 78462 Konstanz/Deutschland
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